Opti Reißverschlüsse
Historische Entwicklung des Reißverschlusses und des Standortes Rhauderfehn

Vor über 100 Jahren machten sich viele Erfinder auf innovative Wege, Bekleidung "in einem Rutsch" zu öffnen und zu schließen, die jedoch erst 1893 durch die Patentanmeldung von W. L. Judson zu ersten Erfolgen führte.

In den folgenden 20 Jahren konstruierte und verbesserte der Schwede G. Sundback die Fertigungstechnologie von Reißverschlüssen bis hin zur präzisen Massen-produktion, bei der Metallzähne an einem textilen Tragband befestigt wurden. Damit wurde das mittels Haken und öse funktionierende Verschlussprinzip von W. L. Judson abgelöst.

Das war die bahnbrechende Idee, die den Siegeszug des Reißverschlusses einleitete. In vielen weiteren Schritten wurde der Reißverschluss erst zu dem gebracht, was ihn heute so nützlich, bequem und selbstverständlich zuverlässig macht.

 

 

Wegbereiter in Europa waren die Unternehmen der auch international tätigen Opti-Gruppe. Seit 1989 ein Mitglied des Coats Konzerns. Ausschlaggebend für den weltweiten Erfolg war die wirtschaftliche Herstellung eines Reißverschlusses mit Kunststoffspirale. Die Flexibilität des Materials ermöglichte nun auch den problemlosen Einsatz des Reißverschlusses in Bekleidung aus feinen Stoffen, zudem brachte Coats durch die Flexibilität der Fertigungstechnologie und Färbeprozesse bei Kunststoffreißverschlüssen mehr Farbe ins Geschäft, was der Modebranche bekanntlich gefällt.

Als größter deutscher Reißverschlusshersteller erfüllt die Coats GmbH heute mit 2.000 in allen erforderlichen Ausführungen, Längen und aktuellen Farben produzierten Reißverschlüssen die vielfältigen Anforderungen des Marktes. Die Typenvielfalt hat auch ehemals ungeahnte Möglichkeiten außerhalb der Bekleidungsindustrie dem RV eröffnet. Reißverschlüsse bieten hermetischen Schutz für Astronauten im Weltall, schützen Strände bei ölkatastrophen, unterstützen Chirurgen bei der Arbeit und verbinden immer sicher, was auch lösbar sein soll.

Der Standort Rhauderfehn wurde 1962 wegen Arbeitskräftemangel an den Standorten Essen und Duderstadt gegründet. Ursprünglich war das Werk als Halbfabrikathersteller konzipiert, vorwiegend für Verschlussband. Weitere Meilensteine in der Standortgeschichte waren:

  • 1985: Völlig neue Technologie zur Herstellung von Reißverschlüssen, die so genannte S-Technologie (gewebter Kunststoffspiral-Reißverschluss) Endmontage dieser Verschlüsse in Rhauderfehn
  • 1986: Komplette übernahme der Metall-Reißverschluss-Fertigung. Damit verbunden eine Modernisierung der Technologie und des Maschinenparks.
  • 1987: Produktion nahtverdeckter Reißverschlüsse (Typ S44)
  • 1987/88: Planung und Aufnahme der S 80 Fertigung. Endmontage schwerer Kunststoffverschlüsse z. B. für Zelte
  • 1989: übernahme von Opti durch Coats
  • 1989/90: Verlagerung der Verwaltung von Opti-Deutschland nach Rhauderfehn
  • 1991: Großbrand mit anschließendem Neubau von Verwaltungs- und Lagergebäude
  • 1992: Einführung EDV-gestützter Produktionsplanung und Steuerung (PPS)
  • 1995: Aufnahme von Nähfäden in die Handelspalette
  • 1997: Zusammenschluss mit dem Nähfadenhersteller MEZ Industrienähfäden GmbH und MEZ GmbH zur Coats GmbH
  • 1998: Entstehung der Firma Coats Deutschland